Archiv der Kategorie: Mobilität

Energiewende vor Ort

Bis zum Jahr 2030 wollen wir GRÜNE den kompletten Stromverbrauch in Bayern auf 100 Prozent erneuerbare Energie umstellen.

Den Kommunen kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu. Kommunen entscheiden maßgeblich mit, ob es attraktive Alternativen zum Auto gibt, ob saubere Energie erzeugt und angeboten werden, welche Hilfestellungen und Beratungen die Bürgerinnen und Bürger bekommen. Die Infrastruktur für Strom, Wärme und Mobilität, gehört zu den ureigenen Aufgabengebieten der Kommunen. Die Kommunen haben auch den kürzesten Draht zu den Bürger*innen, beraten und motivieren sie, sind für deren Versorgung zuständig und können gleichzeitig bei den eigenen Liegenschaften, Versorgungsanlagen und Bauwerken eigenverantwortlich handeln und mit guten Beispielen vorangehen.

Das möchten wir auch für Mering erreichen, das leider im Landkreisvergleich bei der Deckung des Energiebedarfs durch  erneuerbare Energien immer noch im untersten Drittel liegt.

Dass das Interesse an diesem Thema enorm groß ist, zeigte sich bei unserem Oktoberstammtisch unter dem Motto „Energie in Bürgerhand – So geht’s“.

Dazu hatten wir Manfred Rössle, Vorstandsmitglied der Bürgerenergiegenossenschaft Bayern (BEG) eingeladen. Ziel der Genossenschaft ist die nachhaltige Energieversorgung in der Region, getragen von Bürgern, Kommunen, Unternehmen und Institutionen. Die Energiegenossenschaft betreibt selbst insbesondere PV-Anlagen und Windräder und berät Bürger und Kommunen.

Im Laufe des Abends konnten zahlreiche Ideen gesammelt werden, bei denen die Kommune aktiv werden kann und muss, u.a.:

  • Jährlicher Bericht der Verwaltung, um einen Überblick zum CO2-Fußabdruck der Gemeinde zu geben, damit die Bürger*innen sehen können, welche Fortschritte gemacht werden.
  • Durchführung einer Potenzialanalyse für Photovoltaik auf den Dächern der kommunalen Liegenschaften und Entwicklung eines Konzepts, wie die besten Dächer schnell genutzt werden können.
  • Überprüfung und Optimierung der Wärmedämmung der gemeindlichen Gebäude.
  • Beim eigenen Stromverbrauch auf Ökostrom umsteigen.
  • Nahwärmenetze installieren, insbesondere sollten diese in Neubaugebieten bereits bei der Erschließung berücksichtigt werden.
  • Einrichtung von e-Bike Ladestationen, insbesondere an den Pendlerbahnhöfen, aber auch in der Ortsmitte (u.a. um diese attraktiver zu machen).
  • Förderung des Neubaus von PV-Anlagen auf Privatbauten bzw. Verankerung in Bebauungsplänen.

Gute Beispiele sind bereits die PV-Anlage auf dem Hochbehälter des Wasserwerks und auf den geplanten Neubauten der Meringer Schulhorte, die insgesamt energieoptimiert gebaut werden.

Herr Rössle führte anschaulich aus, welche Möglichkeiten für Bürger und Kommunen bestehen, die Energiewende von unten Wirklichkeit werden zu lassen. Er machte klar, dass sich durch die Politik von oben (EU, Deutschland, Bayern) Veränderungen nur sehr langsam durchsetzen lassen, man aber vor Ort mit den richtigen Ideen und gemeinsam mit den Bürger*innen sehr viel bewegen kann. Die Erkenntnis, dass sich etwas umsetzen lässt und es sich sogar finanziell lohnt, motiviert und ist der Motor für Veränderung.

Folgende Informationen gab er im Laufe des Abends:

    • Sektorkopplung (z. B. Energie + Wärme) ist möglich und ideal. Ein Gesamtkonzept ist unbedingt sinnvoll.
    • Für Neubaugebiete sind Kaltwärmenetze sehr interessant (für moderne Wärmepumpen). Dafür kann die Gemeinde in einem neuen Baugebiet gleich bei der Erschließung ziemlich günstig die Voraussetzungen schaffen (Rohre verlegen). Dann steht es den Bürgern offen, sich anzuschließen. Das ist dann eine einfache Kosten-Nutzen Rechnung, die normalerweise sehr positiv ausfällt.
      Auch kann man einen Arealspeicher dazubauen, der für das Neubaugebiet als Energiespeicher dient.
    • Bei Bestandsbauten ist ein Nahwärmenetz die bessere Wahl. Dies kann sich aber auch schon ab 3 Häusern lohnen, wenn die Wege kurz sind, also dezentral. Ein Beispiel ist Burgheim, wo die BEG Betreiber der Anlage ist.
    • Die Gemeinde kann Informations- und Förderprogramme für die Bürger aufsetzen, zum Beispiel für Car-Sharing und Elektroladestationen. Hier gibt es auch Partner wie die LEW oder Stadtwerke Augsburg. Man kann auch erneuerbare Energien in Eigenheimen fördern.
    • Bei der Speichertechnologie zeigte sich Herr Rössle optimistisch, dass sich diese in den kommenden Jahren weiterhin rasant entwickelt. Beispiel: Autokarosserie als Speicher nutzbar machen, oder Greenrock Wasserspeicher.

Ein interessantes Bürgerprojekt stellte Herr Dieter Schöpf vom Förderverein des Gymnasiums Mering vor: Der Förderverein möchte eine PV-Anlage auf dem Dach des Gymnasiums betreiben. Allerdings ist der Aufwandsträger des Gymnasiums der Landkreis. Die Frage „Wer trägt das Risiko und vermarktet den Strom?“ muss noch geklärt werden. Hier könnte etwa die Bürgerenergiegenossenschaft helfen, so dass der Förderverein für eine feste Rendite das Dach und die Wartung/Verwaltung überlässt.

Positives Fazit des Abends: Merings Bürger*innen sind überzeugt, dass mehr möglich ist, und dass Mering mehr kann. Sie sind offen für neue Konzepte und wollen selbst aktiv werden.

Magere Beteiligung am ADFC Fahrradklimatest 2016

Bisher haben in Mering bis 6.10. nur 5 Personen teilgenommen. Nachzulesen auf der ADFC-Seite.

Mindestens 50 Teilnehmer werden aber benötigt um statistisch verwertbare Aussagen zu bekommen. Mehr Teilnehmer wären natürlich besser.

Das letzte Mal im Jahr 2014 hatten wir 91 Teilnehmer. Das müsste doch auch diesmal zu schaffen sein. Am Besten wäre es wenn wir die 100er Marke reißen!

Also gebt euch einen Ruck und füllt den ADFC-Fragebogen aus, damit sich in Mering zum Thema Fahrradfahren was zum Positiven hin ändert.

Die Umfrage läuft noch bis 30. November 2016.

ADFC Fahrradklimatest 2016 – Bitte teilnehmen

Der ADFC führt in unregelmäßigen Abständen einen Fahrradklima-Test durch (zuletzt 2005, 2012, 2014), an dem sich die Bürger aller deutschen Städte und Orte beteiligen können. Abgefragt wird, wie gut die Situation für Radfahrer an dem jeweiligen Ort ist und welche Wünsche noch bestehen.

ADFC Fahrradklimatest 2016 – Bitte teilnehmen weiterlesen

Mering erhebt Einspruch gegen die Osttangente

Auch bei der letzten Gemeinderatsitzung waren die zahlreich anwesenden Bürger (überwiegend Osttantgentengegner), die an der Gemeinderatssitzung als Zuhörer teilnahmen, wieder auf eine harte Probe gestellt. Die Diskussion, ob die Gemeinde Mering, obwohl sie sich ja schon in zwei Beschlüssen gegen die große vierspurige Lösung ausgesprochen hatte, jetzt einen Einwand im Rahmen der Bürgerbeteiligung nach Berlin schicken soll, zog sich hin und wurde recht kontrovers geführt. Dabei ging es hauptsächlich um die Frage, ob der von den Grünen vorformulierte Einspruchstext so unverändert übernommen werden soll.

Mering erhebt Einspruch gegen die Osttangente weiterlesen

Parkroute für Mering

Am Mittwoch, den 20.4.2016 wurde im Meringer Gemeinderat nach langer Vorbereitung und kontroverser Diskussion eine Parkroute für Mering beschlossen. Für Besucher und aber auch die Meringer Bürger soll so die Parkplatzsuche erleichtert werden. Manche Themen dauern eben etwas länger und wer in der Politik mitwirken will, der muss einen langen Atem haben.

Parkroute für Mering weiterlesen

10000 Tote pro Jahr durch Dieselfahrzeuge?

In der Sendung Frontal 21 vom 5.4.2016 wurden einige interessante Fakten und Zusammenhänge erläutert. Unter anderem wird ausgesagt, dass  durch den Ausstoß von Stickoxiden aus Dieselfahrzeugen in Deutschland im Jahr ca. 10000 Menschen sterben, also fast drei mal soviel wie wir Verkehrstote haben. Zusätzlich wurde gezeigt, dass Diesel-LKW heute im realen Straßenverkehr weniger Stickoxide ausstoßen als Diesel-PKW, obwohl sie die gleiche Technik eingebaut haben.

10000 Tote pro Jahr durch Dieselfahrzeuge? weiterlesen

Stopp dem Flächenfraß

Überall in Bayern und auch in unserer Region kann man beobachten, wie der Flächenfraß voranschreitet. Fast immer gibt es angeblich gute Gründe, weitere Flächen für Gewerbegebiete, Wohngebiete und Straßen zu versiegeln. Die Osttangente ist ein Beispiel das zeigt, dass auch hier in Mering dieses Thema hochaktuell ist.

Zu diesem Thema hatten die Meringer Grünen am 1. März diesen Jahres zwei kompetente Fachleute eingeladen:

  • Thomas Frey (BUND Naturschutz in Bayern, Regionalreferent für Schwaben, Fachabteilung für Südbayern)
  • Ludwig Hartmann (Fraktionsvorsitzender der Grünen Fraktion im bayerischen Landtag)

In den Vorträgen und der anschließenden Diskussion wurde aufgezeigt, was die Ursachen sind und wie man diese Entwicklung aufhalten könnte.

Den Vortrag von Thomas Frey , veröffentlichen wir an dieser Stelle.

Stopp dem Flächenfraß weiterlesen

Die Vision der Meringer Grünen

Der Arbeitskreis Nachhaltigkeit des grünen Ortsverbandes hat sich in den letzten 1 1/2 Jahren intensiv mit der Frage beschäftigt, welche Vision wir für Mering haben. Die Essenz der Diskussion wurde in einem Positionspapier zusammengefasst und in der Ortsversammlung am 12. November einstimmig verabschiedet.

Die Vision der Meringer Grünen weiterlesen

Osttangente Augsburg – Zahlen und Argumente

Vielleicht hat sich der ein- oder andere gefragt, wie wir unsere Ablehnung der Osttangente Augsburg im Detail begründen. Dazu einige Erläuterungen.

Handelt es sich um eine Autobahn?

Wie Autobahnen bei uns gebaut werden sollen, ist recht übersichtlich in den Richtlinien für die Anlage von Autobahnen nachzulesen. Dort ist in der Entwurfsklasse 1 (Fernautobahn/Überregionalautobahn) ersichtlich, dass eine vierspurige Autobahn nach RQ 31 einen Standardquerschnitt von 31 m umfasst. Demgegenüber hat nach Entwurfsklasse 2 eine autobahnähnliche Straße nach RQ 28 einen Querschnitt von 28 m. Bei diesem Querschnitt handelt es sich, wie man den Abbildungen entnehmen kann, um den befestigten Teil der Straße.

Osttangente Augsburg – Zahlen und Argumente weiterlesen

Osttangente Augsburg – Es geht weiter

Zum Thema Osttangente tut sich einiges – und das sind weitgehend erfreuliche Nachrichten.

Die Gemeinderäte in Mering, Königsbrunn und Oberottmarshausen haben sich zumindest gegen die aktuell bekannte Trassenführung ausgesprochen. Mering hat sogar die gesamte Trasse abgelehnt.

Osttangente Augsburg – Es geht weiter weiterlesen

Osttangente Augsburg – Kritik und Meinungen

Fast täglich gibt es mittlerweile Artikel zum Thema Osttangente in den regionalen Zeitungen.

Etwas untergegangen sein dürfte der Beitrag von Augsburg TV, wo regionale Politiker zum Thema und hier speziell zur Ablehnung der Osttangente durch den Meringer Gemeinderat befragt wurden. Über die Mediathek von Augsburg TV lässt sich das aber nachholen:

http://www.augsburg.tv/mediathek/kategorie/aktuell/video/kritik-osttangente

Osttangente Augsburg – Kritik und Meinungen weiterlesen

Schlechte Noten für Fahrradfahren in Mering

Der ADFC führt in unregelmäßigen Abständen einen Fahrradklima-Test durch (zuletzt 2005, 2012 und jetzt 2014), an dem sich die Bürger aller deutschen Städte und Orte beteiligen konnten. Abgefragt wird, wie gut die Situation für Radfahrer an dem jeweiligen Ort ist und welche Wünsche noch bestehen.

Die Befragung für 2014 war am 30. November abgeschlossen. Mering hat sich zum ersten Mal, hauptsächlich auf Betreiben von Bündnis 90/Die Grünen, beteiligt. Mit 91 Teilnehmern wurde das notwendige Quorum deutlich überschritten (mindestens 50 Personen waren bei dieser Ortsgröße gefordert). Nun scheinen 91 Teilnehmer nicht viel zu sein. Das sieht aber anders aus wenn man die Teilnehmeranzahl auf die Anzahl der Einwohner bezieht. Dann liegt Mering bei den vergleichbaren bayerischen Orten auf einem sehr guten 7. Rang von 58 möglichen.

Schlechte Noten für Fahrradfahren in Mering weiterlesen

Warum eigentlich die Grünen?

„Alle Parteien sind gleich, korrupt, verlogen und nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht.“ Solche und ähnliche Meinungen höre ich öfter und wer so denkt, der wählt wahrscheinlich nicht, und von politischer Arbeit in einem so korrupten System hält er auch nichts.

Klar, es gibt immer wieder Skandale, auch bei den Grünen. Das ist aber doch menschlich und es wäre auch verwunderlich, wenn die Grüne Partei hier eine vollkommene Ausnahme darstellen würde. Trotzdem finde ich, dass bei den Grünen auch aufgrund der immer noch vorhandenen basisdemokratischen Ideen eine andere Kultur herrscht. Wir kümmern uns überwiegend um Themen, die sonst keine Lobbyisten haben.

Warum eigentlich die Grünen? weiterlesen

Radfahren in Mering

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag schon früher schreiben, aber das schöne Radwetter der letzten Tage hat mich davon abgehalten. Radfahren ist für mich erstmal Vergügen. Auf der anderen Seite ist das Rad ein zunehmend wichtiges Verkehrsmittel insbesondere auf innerörtlichen Strecken. Bis das Auto aktiviert ist, bin ich mit dem Fahrrad meist schon am Zielort angekommen.

Aber solch grundsätzliche Überlegungen möchte ich hier nicht vertiefen. Dazu gibt es viele gutgemachte Seiten wie zum Beispiel die „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V.“ (AGFK) oder die Seiten des „Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs“ (ADFC).

Radfahren in Mering weiterlesen

Carsharing in Mering – Ja bitte!

Das Carsharing (Autoteilen), einst als eine Idee von Ökospinnern belächelt, wird immer beliebter und nicht nur das: Weltweit wird das Teilen von Ressourcen immer mehr zum Trend und auch zur Notwendigkeit. Nicht umsonst gab sich die diesjährige CeBIT, weltweite Zukunftsmesse der Elektronik- und Computerbranche, das Motto Shareconomy.

Bildquelle: ©Trueffelpix / fotolia.com
Bildquelle: ©Trueffelpix / fotolia.com

Der zugrunde liegende Begriff Share Economy wurde von Harvard-Ökonom Martin Weitzman geprägt und besagt im Kern, dass sich der Wohlstand für alle erhöht, umso mehr unter allen Marktteilnehmern geteilt wird.

Carsharing in Mering – Ja bitte! weiterlesen