Schlechte Noten für Fahrradfahren in Mering

Der ADFC führt in unregelmäßigen Abständen einen Fahrradklima-Test durch (zuletzt 2005, 2012 und jetzt 2014), an dem sich die Bürger aller deutschen Städte und Orte beteiligen konnten. Abgefragt wird, wie gut die Situation für Radfahrer an dem jeweiligen Ort ist und welche Wünsche noch bestehen.

Die Befragung für 2014 war am 30. November abgeschlossen. Mering hat sich zum ersten Mal, hauptsächlich auf Betreiben von Bündnis 90/Die Grünen, beteiligt. Mit 91 Teilnehmern wurde das notwendige Quorum deutlich überschritten (mindestens 50 Personen waren bei dieser Ortsgröße gefordert). Nun scheinen 91 Teilnehmer nicht viel zu sein. Das sieht aber anders aus wenn man die Teilnehmeranzahl auf die Anzahl der Einwohner bezieht. Dann liegt Mering bei den vergleichbaren bayerischen Orten auf einem sehr guten 7. Rang von 58 möglichen.

Das Gesamtergebnis des Tests ist mit einer Schulnote von 4,2 (ausreichend) als schlecht zu bewerten und liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt von 3,6 bei vergleichbaren Orten. In der relevanten Stadtgrößenklasse in Deutschland hat Mering damit den Rang 270 von 292 Orten erreicht, beim Ranking in Bayern kam Mering auf den vorletzten Platz (Platz 41 von 42 Plätzen).

Das Ergebnis war zu erwarten, denn der Stellenwert für Fahrradfahren in Mering ist als gering einzuschätzen. Dazu notwendige Maßnahmen werden im Gemeinderat bei relevanten Baumaßnahmen immer wieder ‚übersehen‘.

So wird z.B. beim Bau der neuen Parkplätze am Meringer Bahnhof wieder mal kein Fahrradweg in Richtung Zettler-Unterführung eingeplant, obwohl an dieser Stelle beim Eintreffen von Zügen ein hohes Verkehrsaufkommen entsteht. Die Argumentation, dass die Radfahrer ja über den Parkplatz fahren können, ist nicht akzeptabel, denn die Unfallgefahr ist bei vielen gleichzeitig ausparkenden Autos unverhältnismäßig hoch.

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Bild: Fehlender Fahrradweg am Meringer Bahnhof © Rudolf Kaiserswerth

Auch bei der Erweiterung der Parkplätze am Bahnhof St. Afra wurde der Fahrradweg an der Straße entlang nicht eingeplant. Hier findet aber gerade an den Wochenenden reger Fahrradverkehr in die umliegenden Ausflugsgebiete am Lech statt.

Kein Wunder, dass die Meringer Fahrradfahrer da schlechte Noten ausstellen. Radfahrer fühlen sich in Mering eher gefährdet und weisen darauf hin, dass sie von Autofahrern öfter bedrängt und behindert werden. Auch wird bemängelt, dass in letzer Zeit kaum etwas für Radfahren in Mering getan wurde und dass Falschparken auf Radwegen großzügig geduldet wird. Als Hauptpunkte werden genannt, dass Einbahnstrassen für Radfahrer in Gegenrichtung nicht befahrbar sind, dass Abstellmöglichkeiten fehlen und dass es keine Fahrradvermietung in Mering gibt.

Positiv gesehen wird, dass es wenig Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern gibt und dass das Stadtzentrum bereits jetzt gut mit dem Fahrrad erreichbar ist. Doch auch hier liegen praktisch alle Bewertungen unter dem Durschnitt vergleichbarer Orte. Es gibt also noch viel Verbesserungsbedarf.

Wir Grüne haben schon seit mehreren Jahren unsere Vorstellungen zu Schwachpunkten und sinnvollen Erweiterungen formuliert.

Das gesamte Ergebnis des Fahrradklimatests für Mering können Sie hier nachlesen.

Was ist Ihre Meinung zum Thema Fahrradfahren in Mering? Kennen Sie Schwachstellen, die zu beheben sind oder haben Sie Wünsche?

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