Atomenergie - ist das wirklich eine Alternative?
Dieses Thema wird von interessierten Kreisen im Rahmen der Klimaschutzdiskussion immer wieder als Alternative ins Spiel gebracht. Wir sind anderer Meinung - was von Raimund Kamm in seinem Vortrag am 26. Juni in Mering ausführlich dargestellt wurde:
Die Wolke von Deutschlands größtem AKW ist auch von Mering aus sichtbar
Die Dampfwolke des Kernkraftwerks Gundremmingen ist an vielen Tagen auch von Mering aus sichtbar. Dort produziert Deutschlands größtes Kernkraftwerk jährlich rund 20 Milliarden Kilowattstunden Strom und tödlichen strahlenden Atommüll, der für rund eine Million Jahre sicher eingeschlossen werden muss.
Bei einer gut besuchten Veranstaltung der Grünen in Mering setzte der Referent Raimund Kamm diese harten Fakten an den Anfang. Er ist Vorsitzender einer jetzt auf rund 700 Mitglieder angewachsenen Bürgerinitiative mit einem langen und programmatischen Namen: „Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.“
"Ich kann schon verstehen, dass die Ingenieure von ihrer Technik fasziniert sind", sagte Kamm. Schließlich kann aus täglich rund 150 Kilo Uran eine enorme Wärme gewonnen werden. Allerdings wird nur ein Drittel dieser Wärme im Kraftwerk in Strom umgewandelt, zwei Drittel werden an die Umwelt abgegeben, wie die Wasserdampfwolken der Kühltürme weithin sichtbar vor Augen führen. Der ganz große Pferdefuß bei dieser Form der Energiegewinnung ist die Erzeugung des Atommülls. Nach ihrem Einsatz im Kraftwerk sind die Brennstäbe zehn Milliarden mal so radioaktiv wie vorher. Ganz neue Stoffe wie Jod131 und Cäsium137 sowie das Supergift Plutonium entstehen bei der Kernspaltung und den Folgeprozessen.
Noch kein Kilo Brennelementmüll ist bis heute entsorgt
Durch jahrelange Atompropaganda ist die brutale Wahrheit den meisten Bürgern in unserem Land nicht bewußt: Bis heute ist kein Kilo des tödlich strahlenden Brennelementmülls entsorgt. Weder in Deutschland noch in irgendeinem Land unserer Erde. Es werden nur immer neue und gefährliche Zwischenlager gebaut. Deutschlands größtes entsteht jetzt in Gundremmingen. Wenn dort ein schlimmer Unfall geschähe oder ein Terroranschlag sein Ziel erreichte, können auch Augsburg und Mering gefährdet sein.
Ausweg: 3 x E
Mit Energiesparen, mit technisch gut möglicher Steigerung der Energieeffizienz und mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien können wir uns von der Atomenergie befreien und zugleich das Klima schützen. 40 Prozent Einsparung ist sogar ohne Wohlstandsverluste möglich. Allein mit den Leerlaufverlusten unserer Elektrogeräte – z.B. stand by – werden jährlich 20 Milliarden Kilowattstunden Strom – so viel wie das AKW Gundremmingen erzeugt - in unserem Land vergeudet. Wir Umweltschützer fordern deswegen ein „Aus-ist-Aus-Gesetz“. Jedes neue Elektrogerät braucht einen echten Ausschalter und nach seiner Betätigung darf das Gerät keinen Strom mehr verbrauchen.
Wenn wir manche Gedankenlosigkeit beim Energieverbrauch überwinden, den Egoismus Einzelner zurückdrängen, und endlich die richtigen Gesetze beschlossen werden, können wir mit Einführung des Passivhausstandards, einem Tempolimit, der Aufhebung der Steuerfreiheit für das Fliegen und der Beseitigung der Haftungsprivilegien der Kernkraftwerke die notwendige Energiewende schaffen. Dann können wir mit einem Mix aus Windkraft, Biomassenutzung, Photovoltaik usw. in etwa 30 Jahren unser Land ausschließlich mittels Erneuerbaren Energien versorgen. Keine Atomgefahren mehr, kein neuer Atommüll, Schutz des Klimas und keine Abhängigkeit von Ölscheichs und Gaszaren wären der Lohn!“ schloss der Umweltschützer. Marita Rach-Wiegel von den Grünen kündigte an, dass nach der Sommerpause monatlich weitere Vorträge sich mit dem Atomausstieg und dem Klimaschutz befassen werden.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Homepage des Vereins.
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